Tinnitus: Entwicklung

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© 2003-2004 Dr. Kusatz

 

Einführung

Interventionen bei subakutem und chronischem Tinnitus
Die Auditive Stimulations Therapie AST®

Im Rahmen eines Projektzeitraumes von 3 Jahren hat Dr. Martin Kusatz in Zusammenarbeit mit der Universität Witten / Herdecke die Wirksamkeit eines multimodalen Behandlungskonzeptes, das "Krefelder Modell", zur ambulanten Behandlung von subakutem und chronischem Tinnitus wissenschaftlich untersucht. In einer 2phasigen Studie wurden die Behandlungsergebnisse von 700 behandelten Tinnituspatienten erfasst und ausgewertet.

Im Rahmen einer 2wöchigen ambulanten Therapie, bestehend aus insgesamt 38 Therapiestunden (20 Std. psychologisches Immunisierungstraining, 10 Std. psychoakustisches Wahrnehmungstraining (AST®), 8 Std. Bewegungstherapie) wurden die Daten mittels Fragebögen unmittelbar vor und nach der Therapie sowie in einem Follow-Up nach 6 Monaten erhoben. Neben anamnestischen Daten wurden subjektive Behandlungsbeurteilungen erfragt. Außerdem wurde der in der BRD mittlerweile als Standard empfohlene Tinnitus-Fragebogen von Goebel & Hiller zu allen Messzeitpunkten in der Phase I (n=155) genutzt. In der Phase II (n=545) wurde dieser vor und nach Behandlungsbeginn erhoben.

Zunächst wurde das Gesamtkonzept auf seine Wirksamkeit untersucht. Es zeigte sich, dass in Bezug auf die subjektiven Ergebnisse deutliche Verbesserungen erzielt werden konnten. So beurteilten 40% der Patienten den Therapieerfolg - bezogen auf die Frage, ob die Therapie ihnen geholfen hat, besser mit den Ohrgeräuschen umzugehen - mit "sehr gut", 29% mit "gut" und 16,8% mit "befriedigend".

In einer Follow-Up-Untersuchung - 6 Monate nach Therapieende - wurde zudem gefragt, ob überhaupt noch Ohrgeräusche vorliegen. Hierzu gaben 3,2% der Patienten an, keinerlei Ohrgeräusche mehr zu haben. Eine teilweise Geräuschfreiheit gaben 30,8% an, während ca. Zweidrittel der Patienten in den letzten 6 Monaten nach Beendigung der Therapie weiterhin Ohrgeräusche hatten, die sich allerdings durchaus verringert haben. 52,3% der Patienten gaben an, dass auch nach Beendigung der Therapie weitere positive Veränderungen aufgetreten sind.

Im Vergleich der einzelnen Therapiebereiche untereinander zeigte sich, daß das psychoakustische Wahrnehmungstraining (AST®) einen entscheidenden Anteil am positiven Gesamtergebnis hat, das von den Patienten trotz des nur halb so großen Therapieumfangs (10 Therapiestunden) im Vergleich zum psychologischen Immunisierungstraining (20 Therapiestunden) präferiert wurde.

Der Erfolg der Bewegungstherapie fiel deutlich aus dem Rahmen, so dass zu vermuten ist, dass physiotherapeutische und krankengymnastische Behandlungen in Bezug auf Ohrgeräusche scheinbar deutlich überschätzt wurden. Es wäre sicherlich denkbar, eine Standardbehandlung im physiotherapeutischen Bereich generell zu hinterfragen.

Im Vergleich mit Studien anderer ambulanter wie auch stationärer Behandlungen zeigten sich ebenfalls deutliche Vorteile auf Seiten des beschriebenen multimodalen Behandlungskonzeptes, insbesondere in Bezug auf die erzielten Behandlungserfolge. Die Tatsache, dass das "Krefelder Modell" als einziges Behandlungskonzept das psychoakustische Trainingsprogramm (AST®) nutzt und die Bedeutung dieses Programmes im Gesamtkonzept lassen vermuten, dass der Vorteil in Relation zu den anderen verglichenen Behandlungsformen wesentlich auf die psychoakustischen Interventionen zurückzuführen ist.


Auditive Stimulations Therapie (AST®)

Einführung

Bei der Beschäftigung mit dem Thema Tinnitus, insbesondere aus schulmedizinischer Sicht, fällt auf, dass im wesentlichen eine große Ratlosigkeit vorherrscht, obwohl sich namhafte Mediziner des Themas angenommen haben. Es liegen verschiedenste Modelle und Behandlungsmethoden vor, deren Wirksamkeit bislang dennoch nicht zweifelsfrei erwiesen ist. So wird quasi standardmäßig eine Therapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten in Tablettenform oder immer häufiger im Rahmen einer stationären Therapie als Infusionsbehandlung durchgeführt, deren Nebenwirkungen m.E. in keinem Verhältnis zum Beschwerdebild stehen. Die Frage, die sich stellt, ist:


Warum ist die Medizin in der Behandlung von Ohrgeräuschen so ratlos?

Wenn wir davon ausgehen, dass Tinnitus keine Erkrankung ist, sondern nur ein Symptom, dann ist es denkbar, dass dieses Symptom mit den gängigen Vorgehensweisen nur unzureichend erfasst werden kann. Eine symptom-orientierte Behandlung führt in diesem Falle nur zu unzureichenden Ergebnissen. 61% der Patienten geben an, dass ärztliche Hilfe nicht hilfreich war (Pilgramm et al.). Eine erschreckend hohe Zahl, vor allem, wenn man berücksichtigt, wie vielfältig die medizinischen Interventionen waren. Vieles spricht dafür, einen ganzheitlicheren Behandlungsansatz zu wählen und das Ohrgeräusch als ein Signal für besondere Belastungen zu sehen.

Es scheint für die Behandlung subakuter und chronischer Ohrgeräusche in diesem Zusammenhang unerheblich zu sein, ob es sich um ein somatisches oder psychosomatisches Symptom handelt. Die Betrachtung nicht nur der biologischen, sondern auch der psychologischen und sozialen Aspekte der Patienten eröffnet einen umfassenderen Einblick und Verständnis für die Situation der Patienten.

Vielleicht ist gerade aus diesem Grund der hohe Stellenwert und die große Akzeptanz der psychoakustischen Intervention AST® bei den Patienten zu erklären. Verbunden mit diesem erweiterten Wissen ist es möglich, Lösungsstrategien für die Patienten zu erarbeiten, die ihrerseits direkt die Ursachen angreifen und das Symptom somit überflüssig machen.

Mit der vorliegenden Studie und der angewandten Methode nach dem Krefelder Modell ist der Beweis dieses Ansatzes eindeutig gelungen und ein Weg aufgezeigt, wie zumindest im Bereich der Tinnitus Therapie deutliche Fortschritte erzielt werden können.


Auditive Stimulations Therapie (AST®) / Krefelder Modell

Die Auditive Stimulations Therapie (AST®) ist ein von Dr. Martin Kusatz entwickeltes psychoakustisches Kompaktprogramm zur Behandlung von Tinnitus, dessen Ursprung in der Behandlung chronischer Schmerzpatienten liegt und speziell zur Behandlung von Ohrgeräuschen weiterentwickelt wurde. Es beinhaltet insgesamt 10 Therapiestunden in Kombination mit einem Edukationsprogramm.

Ziel ist es, einerseits die emotionale Situation der Patienten positiv zu beeinflussen, andererseits Entspannung, Angstlösung und Veränderung ungünstiger Verhaltensmuster aus therapeutischer Sicht herbeizuführen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Wahrnehmung der Ohrgeräusche, die es mittels psychoakustischer Intervention zu steuern und zu beeinflussen gilt. Die Auditive Stimulations Therapie AST® setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Das MSC-Training®

Das MSC-Training® (Musical Self Control), ein von Dr. Martin Kusatz entwickeltes, rezeptives psychoakustisches Trainingsprogramm, hat zum Ziel, die Eigenkontrolle gegenüber den Ohrgeräuschen zu erhöhen und die Betroffenen von der Ohnmacht zu befreien, den Ohrgeräuschen ausgeliefert zu sein. Schwerpunkt ist die beruhigende, entspannende und angstlösende Wirkung dieses Programms. Vergleichbar ist dieses Programm mit einem Beruhigungsmittel - ohne Nebenwirkungen. Wissenschaftliche Vergleichsstudien mit einem Beruhigungsmittel zeigten nicht nur eine entsprechende Effektivität in der Wirkung, sondern deutliche Vorteile auf Seiten des MSC-Trainings®.

Viele Betroffene beschreiben einen deutlichen Zusammenhang zwischen Belastungssituationen und der Stärke ihrer Ohrgeräusche. Belastungen führen zu Anspannung, Unruhezuständen und Ängsten. Behandelt man diese, wirkt sich dies unmittelbar positiv auf die Symptomatik der Ohrgeräusche aus.

Das MSC-Training® ist ein Trainingsprogramm, das nach rein musikpsychologischen und musikmedizinischen Erkenntnissen komponiert wurde und dessen Wirksamkeit im Rahmen einer klinischen Studie nachgewiesen werden konnte. Es überträgt Erkenntnisse der Schmerztherapie in ein einzigartiges Konzept und geht davon aus, dass vergleichbare Strategien auch bei Tinnituspatienten zu einer deutlichen Befindlichkeitsverbesserung führen. Das ca. 15-minütige Programm kann ohne Übungsphase angewandt werden und ist somit problemlos bei allen Patienten anwendbar, unabhängig von deren Abstraktionsvermögen, Sozialisation oder kultureller Herkunft.


Das MW-Training®

Durch Ohrgeräusche kommt es zu einer Veränderung der Wahrnehmung. Die Bedeutung der Hörfähigkeit nimmt zu und ihr wird eine höhere Beachtung geschenkt. Hierdurch bedingt ist eine Fokussierung auf das Gehörte und auf die Ohrgeräusche. Die Fähigkeit, selektiv zu hören, also Dinge auch zu überhören, ist gestört und lässt die Betroffenen Geräusche bewusst wahrnehmen, die sonst nur schwach oder gar nicht wahrgenommen wurden. Die natürliche Fähigkeit, Dinge zu überhören, ist gestört.

Die Ursache für diese Störung liegt in der Hörverarbeitung, die im Gehirn stattfindet. Die "Filter", die diese Aufgabe übernehmen, arbeiten nur eingeschränkt. Um diese Einschränkung zu regulieren, bedarf es eines Trainingsprogramms, nicht um sich zu schützen - wie von vielen Betroffenen gedacht -, sondern vielmehr um sich zu belasten oder besser gesagt zu mobilisieren. Durch das von Dr. Kusatz entwickelte MW-Training® (Musikalisches Wahrnehmungstraining) lässt sich sowohl eine Verbesserung in Bezug auf die Geräuschempfindlichkeit, als auch eine deutliche Reduzierung in Bezug auf die Ohrgeräusche erreichen, bis hin zum vollkommenen Verschwinden der Symptomatik.

Das Trainingsprogramm besteht aus einer Kombination von Geräuschen und musikalischen Reizen, die ständig sich verändernde akustische Räume schaffen und das Gehirn fordern, diese neu zu verarbeiten (Hörverarbeitungs-Mobilisierung). Bei täglicher Anwendung (3 x täglich) über einen Zeitraum von 6 Wochen bis zu 3 Monaten lassen sich erstaunliche Verbesserungen erzielen. Auch dieses Programm ist ohne Übungsphase anzuwenden, dauert ca. 12 Minuten und kann von den Patienten problemlos selbstständig auch nach Beendigung der Therapie fortgeführt werden.

Link zum Thema:
Internetseiten des Tinnitus Therapie Zentrums Düsseldorf-Krefeld